Die Schilddrüse ist klein und arbeitet meist unauffällig im Hintergrund – dennoch hat sie großen Einfluss auf unseren gesamten Körper. Sie ähnelt der Form eines Schmetterlings, sitzt im Hals unterhalb des Kehlkopfes und produziert Hormone, die unter anderem den Stoffwechsel, den Herzschlag, die Körpertemperatur und unsere Leistungsfähigkeit steuern. Gerät dieses empfindliche System aus dem Takt, kann sich das auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar machen.
Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet – in Österreich ist Schätzungen zufolge rund jede fünfte Person betroffen. Die Beschwerden sind oft unspezifisch und reichen von Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zu Nervosität, Herzklopfen oder Veränderungen des Körpergewichts. Besonders Frauen leiden häufiger unter Schilddrüsenerkrankungen, vor allem unter Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow.
Zu den häufigsten Störungen zählen die Schilddrüsenunterfunktion und die Schilddrüsenüberfunktion. Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone – der Stoffwechsel läuft langsamer. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme oder trockene Haut. Häufig steckt die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis dahinter.
Bei einer Überfunktion hingegen arbeitet der Stoffwechsel auf Hochtouren. Betroffene leiden oft unter innerer Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen oder Gewichtsverlust trotz normaler Ernährung. Auslöser können Morbus Basedow oder hormonbildende Schilddrüsenknoten sein.
Neben Funktionsstörungen treten auch Veränderungen des Schilddrüsengewebes auf, etwa ein Kropf oder Schilddrüsenknoten. Diese sind meist gutartig, sollten aber ärztlich abgeklärt werden.
Wer dauerhaft unter Müdigkeit, Nervosität, Herzklopfen oder unerklärlichen Gewichtsveränderungen leidet, sollte die Beschwerden ernst nehmen. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Jod und Selen – etwa durch Seefisch, Milchprodukte oder jodiertes Speisesalz – unterstützt die normale Funktion der Schilddrüse.








