Kollagen ist aus der modernen Beauty-Welt kaum mehr wegzudenken. Kein Wunder, denn das Strukturprotein spielt für das Aussehen unserer Haut eine entscheidende Rolle. Doch was können Cremen und Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich bewirken?
Kollagen ist das häufigste Eiweiß unseres Körpers und ein wichtiger Bestandteil von Haut und Bindegewebe. Es bildet ein stabiles Gerüst und sorgt gemeinsam mit elastischen Fasern für Festigkeit und Spannkraft. Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Produktion jedoch ab. UV-Strahlung und Rauchen können diesen Prozess beschleunigen. Die Haut verliert an Elastizität, erste Fältchen werden sichtbar.
Kollagen ist allerdings nicht gleich Kollagen. Wissenschaftler unterscheiden verschiedene Kollagentypen mit unterschiedlichen Aufgaben im Körper. Rund 90 Prozent entfallen auf Kollagen Typ I, das vor allem in Haut, Knochen, Sehnen und Bändern vorkommt und für Festigkeit und Stabilität sorgt. Kollagen Typ II ist der wichtigste Baustein von Knorpel und Bandscheiben und spielt damit eine zentrale Rolle für gesunde Gelenke. Typ III findet sich gemeinsam mit Typ I vor allem im Bindegewebe, in der Haut und in Blutgefäßen und trägt zu Elastizität und Geschmeidigkeit bei.
Kollagenhaltige Cremen setzen vor allem an der Hautoberfläche an. Die Kollagenmoleküle können das natürliche Gerüst in tieferen Hautschichten nicht ersetzen. Dafür binden sie Feuchtigkeit und lassen die Haut glatter, geschmeidiger und praller erscheinen. Pflegeprodukte mit zusätzlichen Wirkstoffen wie Vitamin C oder Retinoiden können zudem die körpereigene Kollagenbildung unterstützen.
Auch über die Nahrung lässt sich Kollagen aufnehmen. Es kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor und steckt etwa in Knochenbrühe, Fischhaut und Hähnchenhaut. Im Verdauungstrakt wird es in Aminosäuren und Peptide zerlegt und über den Darm aufgenommen. Diese Bausteine nutzt der Körper unter anderem für den Aufbau und die Erneuerung von Gewebe sowie zur eigenen Kollagenproduktion.
Hier kommen Kollagenpulver, Kapseln und Trinkampullen ins Spiel. Sie enthalten meist hydrolysierte Kollagenpeptide, bei denen das Eiweiß bereits in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. So lässt sich Kollagen konzentriert und in gleichbleibender Menge zuführen. Studien deuten darauf hin, dass eine regelmäßige Einnahme Hautfeuchtigkeit und Elastizität unterstützen und feine Fältchen mildern kann. Mögliche Effekte zeigen sich meist erst nach mehreren Wochen konsequenter Einnahme.
Kollagen ist also kein Beauty-Wunder über Nacht, kann die Haut bei regelmäßiger Anwendung aber gezielt von innen und außen unterstützen.








