Unser Gehirn verarbeitet täglich unzählige Informationen – Geräusche, Licht, Gerüche, Berührungen und visuelle Eindrücke. Meist gelingt es ihm problemlos, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Manchmal wird das Nervensystem jedoch mit Reizen regelrecht überflutet. Fachleute sprechen dann von einer sensorischen Überreizung.
Typische Auslöser sind hektische Umgebungen, dauerhafte Bildschirmnutzung, Lärm, Menschenmengen oder auch anhaltender Stress. Die Folge können Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, innere Unruhe, Erschöpfung oder das Gefühl sein, dass „alles zu viel“ wird. Manche Betroffene reagieren außerdem empfindlicher auf Licht oder Geräusche oder entwickeln Kopfschmerzen.
Sensorische Überreizung ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion des Nervensystems auf eine hohe Reizbelastung. Wie stark sie empfunden wird, ist individuell verschieden und hängt unter anderem von Stress, Schlafqualität und der allgemeinen Belastungssituation ab.
Um das Nervensystem zu entlasten, helfen oft schon kleine Veränderungen im Alltag. Regelmäßige Pausen ohne Smartphone, Spaziergänge in der Natur oder bewusst ruhige Momente geben dem Gehirn Gelegenheit, Reize zu verarbeiten. Auch ausreichend Schlaf spielt eine wichtige Rolle, da das Gehirn während der Nacht Informationen verarbeitet und sich regeneriert.
Nicht jede Form von Erschöpfung ist ein Zeichen von Überreizung. Halten Beschwerden über längere Zeit an oder beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Wer die eigenen Belastungsgrenzen kennt und auf ausreichende Erholungsphasen achtet, unterstützt sein Nervensystem dabei, langfristig leistungsfähig zu bleiben.








