Der Schulalltag ist wieder in vollem Gange und auch im Beruf werden die Wochen zum Jahresende oft besonders intensiv: Projekte sollen abgeschlossen, offene Aufgaben erledigt und letzte Termine noch untergebracht werden. Gleichzeitig beginnt die klassische Erkältungszeit. Und tatsächlich kann anhaltender Stress dazu beitragen, dass unsere Abwehr weniger schlagkräftig ist.
Was passiert dabei im Körper?
In einer Stresssituation aktiviert das Gehirn innerhalb kürzester Zeit ein biologisches Alarmsystem. Der Körper schüttet Adrenalin aus, Herzschlag und Blutdruck steigen und Energie wird mobilisiert. Gleichzeitig wird über die sogenannte Stressachse die Ausschüttung von Cortisol angeregt. Kurzfristig ist das sinnvoll: Wir werden wacher und leistungsfähiger und können schnell auf eine Herausforderung reagieren.
Problematisch wird es, wenn aus kurzfristigem Stress ein Dauerzustand wird. Cortisol wirkt nämlich auch regulierend auf das Immunsystem. Es bremst unter anderem die Produktion bestimmter entzündungsfördernder Botenstoffe und beeinflusst die Aktivität verschiedener Immunzellen. Das schützt den Körper bei kurzfristigem Stress vor überschießenden Entzündungsreaktionen. Bleibt der Cortisolspiegel jedoch über längere Zeit verändert, kann die fein abgestimmte Kommunikation zwischen den Immunzellen aus dem Gleichgewicht geraten. Die Abwehr kann dann auf Krankheitserreger weniger effektiv reagieren.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: Schlaf. Während wir schlafen, werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet und Immunzellen aktiviert, die für eine funktionierende Abwehr wichtig sind. Stress kann jedoch sowohl das Einschlafen als auch die Schlafqualität beeinträchtigen. Fehlt diese nächtliche Regenerationsphase regelmäßig, wird das Immunsystem zusätzlich gefordert.
Stress macht uns also nicht von heute auf morgen krank. Doch wenn der Körper über längere Zeit im Alarmmodus bleibt und gleichzeitig Schlaf und Erholung zu kurz kommen, können wichtige Abwehrmechanismen beeinträchtigt werden.
Gerade in intensiven Wochen lohnt es sich deshalb, Erholung bewusst einzuplanen. Ausreichend Schlaf und kleine Pausen helfen dabei, das Stresssystem immer wieder herunterzufahren. Ebenso wichtig ist eine gute Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen: Mikronährstoffe wie Vitamin C, Vitamin D, Zink oder Selen sind an unterschiedlichen Prozessen einer normalen Immunfunktion beteiligt. Eine ausgewogene Ernährung und die bewusste Versorgung mit diesen Nährstoffen können den Körper daher gerade in fordernden Phasen dabei unterstützen, seine vielfältigen Aufgaben zu erfüllen.








