Morgens klingelt der Wecker – aber der Körper scheint noch mitten in der Nacht zu stecken. Am Nachmittag kommt das erste Tief und abends wären wir plötzlich schon viel früher bereit fürs Bett. Gerade im Herbst kennen viele dieses Gefühl. Doch warum machen uns kürzere Tage eigentlich so zu schaffen?
Taktgeber Tageslicht
In unserem Gehirn arbeitet eine Art biologische Hauptuhr, die unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, die Körpertemperatur, den Hormonhaushalt und sogar unsere Leistungsfähigkeit mitsteuert. Ihr wichtigster Orientierungspunkt ist das Tageslicht.
Wird es morgens hell, erhält der Körper das Signal: Zeit, aktiv zu werden. Mit zunehmender Dunkelheit steigt hingegen die Produktion von Melatonin, das uns auf die Nachtruhe vorbereitet. Im Herbst verschieben sich diese Lichtsignale deutlich. Morgens bleibt es länger dunkel, abends wird es früher finster – und dann kommt auch noch die Zeitumstellung hinzu. Unsere innere Uhr braucht etwas Zeit, um sich darauf einzustellen.
Das kann sich nicht nur durch Müdigkeit bemerkbar machen. Manche Menschen schlafen unruhiger, können sich schlechter konzentrieren, fühlen sich antriebsloser oder bemerken Veränderungen ihrer Stimmung.
Den neuen Rhythmus finden
Einer der einfachsten Tricks liegt direkt vor der Haustür: Tageslicht tanken. Besonders Licht am Vormittag hilft dabei, die innere Uhr zu synchronisieren. Auch bei bedecktem Himmel ist es draußen deutlich heller als in Innenräumen. Ein kurzer Spaziergang kann daher schon einen Unterschied machen.
Hilfreich sind außerdem regelmäßige Schlafenszeiten und ausreichend Bewegung während des Tages. Abends gilt das Gegenteil: Licht reduzieren, zur Ruhe kommen und Smartphone, Tablet & Co. nicht bis zur letzten Minute nutzen.
Und vielleicht darf der Herbst auch eine kleine Erinnerung sein: Wir müssen nicht zu jeder Jahreszeit gleich funktionieren. Ein etwas größeres Schlafbedürfnis an dunklen Tagen ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Bleiben starke Müdigkeit, Schlafprobleme oder Stimmungstiefs jedoch über längere Zeit bestehen oder beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, lohnt es sich, den Ursachen genauer auf den Grund zu gehen. Denn nicht immer steckt nur die Jahreszeit dahinter.








